Die theistische Evolution ist nicht das eigentliche Problem!

Der säkulare Angriff auf die Bibel fußt auf der Idee von den Jahrmilliarden.

von Dr. Terry Mortenson am Mai 10, 2024

Auch erhältlich in English

Die theistische Evolution („Schöpfung durch Evolution“) gewinnt in evangelikalen Kreisen immer mehr an Einfluss. Viele sind darüber besorgt. Aber ist das das wirkliche Problem?

Die Vertreter der theistischen Evolution sind im Allgemeinen bekennende Christen; viele sind sogar Evangelikale.1 Sie glauben an Gott als den Schöpfer der ursprünglichen Materie, die sei vor etwa 13,8 Mrd. Jahren im „Urknall“ explodiert. Ihrer Ansicht nach hat er die Naturgesetze, die Wissenschaftler entdeckt haben, in diese ursprüngliche Materie eingebaut und durch natürliche Prozesse habe sich diese Materie entwickelt zu Sternen, Galaxien, Planeten und den ersten lebenden Zellen. In den letzten 3,5 Mrd. Jahren habe diese erste Zelle durch natürliche Auslese und Mutation sich weiterentwickelt zu allen Pflanzen, Tieren und Menschen, die jemals gelebt haben, einschließlich Ihnen und mir. Die meisten Vertreter der theistischen Evolution halten Adam und Eva entweder für einen Mythos oder, falls sie historisch waren, hätten sie sich über Jahrmillionen hinweg aus affenähnlichen Wesen entwickelt.

Diese Auffassung wird in den USA stark vertreten in Kirchen, theologischen Ausbildungsstätten und christlichen Hochschulen, vom „BioLogos Forum“ und dem berühmten Genetiker Francis Collins, dem bekannten Pastor Tim Keller und den Alttestamentlern Bruce Waltke und John Walton, in Großbritannien vom Faraday Institute an der Universität Cambridge, von den prominenten Wissenschaftlern Denis Alexander und Tom McLeish sowie dem bekannten Theologen Alister McGrath. Angesehene evangelikale Verlage wie Kregel, Baker, Zondervan und IVPress publizieren viele Bücher zur Verteidigung der theistischen Evolution.

Crossway hingegen veröffentlichte eine 962 Seiten starke Entgegnung von 25 besorgten christlichen Akademikern: Theistic Evolution: A Scientific, Philosophical and Theological Critique (2017). In 33 Kapiteln argumentieren sie sehr überzeugend gegen die (neodarwinistische) Evolution des Lebens einschließlich des Menschen. In einem 3-minütigen Video, mit dem das Buch beworben wird, listet Mitherausgeber Wayne Grudem (auf Grundlage seiner beiden Kapitel) zwölf theistische evolutionistische Überzeugungen auf, die im Widerspruch zur Heiligen Schrift stehen: hier seine Zusammenfassung:

  1. Adam und Eva waren nicht die ersten Menschen; vielleicht haben Adam und Eva gar nicht existiert.
  2. Adam und Eva wurden von menschlichen Eltern geboren.
  3. Gott hat Adam nicht in einer direkten, spezifischen Handlung aus Erde erschaffen.
  4. Gott hat Eva nicht direkt erschaffen aus einer Rippe, die er der Seite Adams entnommen hätte.
  5. Adam und Eva waren niemals sündlos gewesen.
  6. Adam und Eva haben nicht die ersten Sünden der Menschheitsgeschichte begangen; die Menschen taten Böses, lange bevor Adam und Eva existierten.
  7. Der Mensch stirbt nicht erst seit dem Sündenfall; Menschen gab es schon lange vor Adam und Eva und der Mensch war schon immer sterblich.
  8. Nicht alle Menschen stammen von Adam und Eva ab; als Gott zwei von ihnen auswählte und sie Adam und Eva nannte, damals gab es auf der Erde bereits Tausende anderer Menschen.
  9. Gott hat nicht durch ein direktes Eingreifen in die Natur verschiedene Arten von Fischen, Vögeln und Landtieren geschaffen.
  10. Gott ruhte nicht von seinem Schöpfungswerk, da das Erscheinen von Pflanzen, Tieren und Menschen auf der Erde nicht auf einer besonderen schöpferischen Tätigkeit beruht.
  11. Gott schuf keine ursprünglich sehr gute Welt, keine sichere Lebenswelt ohne Dornen, Disteln und andere Gefahrenquellen.
  12. Nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, hat Gott die Welt nicht mit einem Fluch belegt, der die Funktionsweise der natürlichen Welt verändert und sie menschenfeindlicher gemacht hätte.2

Diese Überzeugungen der theistischen Evolution stehen eindeutig im Widerspruch zur Heiligen Schrift; das Buch, in dem Grudem sie als Irrtümer aufführt, bietet viele weitere ausgezeichnete Gründe – wissenschaftliche, philosophische und theologische – gegen die theistische Evolution.

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